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Infektion und Multiple Sklerose: Entzündung im Gehirn als Drahtseilakt

Prof. Dr. Ingo Bechmann, Institut für klinische Neuroanatomie am Klinikum der JWGU am 07. Mai 2007

Entzündung dient der Elimination von infektiösen Erregern und fördert die Regeneration des Körpers, sie erzeugt aber selbst erhebliche Kollateralschäden. Damit Kosten und Nutzen in einem gesunden Verhältnis stehen, werden die Aktivitäten von Immunzellen organspezifisch gesteuert. In Organen, die gut zur Zellneubildung fähig sind, „dürfen“ Immunzellen konsequent alle infizierten Zellen eliminieren. In schlecht regenerationsfähigen Organen müssen dagegen Kompromisse geschlossen werden. Das Gehirn, in dem einzelne Zellen durch ihre Einbindung in neuronale Netzwerke besondere Wichtigkeit haben, ist ein Paradebeispiel für diese Notwendigkeit immunologischer Toleranz. Wir beginnen, die faszinierende Immunregulation im Gehirn zu verstehen und können Erkrankungen wie die Multiple Sklerose als Fehlregulation der zugrunde liegenden Mechanismen neu interpretieren.

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