Faszination Neuro-ForschungWarum sind Sie Neurowissenschaftler/in geworden?Prof. Dr. Georg Auburger "Ich bin Hirnforscher geworden, weil mich Zeit meines Lebens nichts so fasziniert hat wie das Denken, die Triebe und das Leiden von Menschen zu verstehen." Prof. Dr. Thomas Deller "Die Erforschung des Gehirns und seiner Krankheiten ist eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit. Als klinischer Neuroanatom beschäftige ich mich insbesondere mit Nervenzellen und Gehirnstrukturen und deren Rolle als Grundlage von Hirnfunktionen. Besonders interessieren mich dabei die Vorgänge, die Lern- und Gedächtnisprozessen zugrunde liegen und die bei vielen wichtigen Krankheiten des Nervensystems, wie zum Beispiel Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson, gestört sein können." PD Dr. med. Matthias Kieslich "Die Hirnforschung fasziniert mich, weil es nichts Faszinierenderes gibt, als die motorische und geistige Entwicklung eines Kindes in den ersten Lebensjahren. Das Gehirn ist das komplexeste und komplizierteste Organ des Menschen. Hirnforschung heißt für mich, die gesunde Entwicklung zu verstehen und sie bedrohende Krankheiten zu erforschen, früh zu erkennen und zu behandeln." Prof. Dr. Horst-Werner Korf "Ich bin Hirnforscher geworden, weil es mich seit meiner Studienzeit interessiert hat, wie unser Gehirn unbewusst ablaufende rhythmische Körperfunktionen beeinflusst." Prof. Dr. Wolf Singer "Ich wurde Hirnforscher, weil ich ein Seminar besuchte, in dem die neurologischen Grundlagen schizophrener Denkstörungen diskutiert wurden. Die Möglichkeit, geistige Phänomene auf neuronale Interaktionen zurückzuführen, hat mich fasziniert." Prof. Dr. Jean Smolders "Die Faszination der Hirnforschung liegt darin, zu versuchen, das Verstehen zu verstehen." Prof. Dr. Jörg H. Stehle "Ich bin Neurowissenschaftler geworden, weil mich in meinem Leben schon immer die Grenzen des Möglichen interessiert haben." "Wenn wir das Gehirn erforschen, dann erkunden wir uns selbst - das Wesen unseres Geistes. Lernprozesse wie die Fähigkeit, Repräsentationen und Modelle unserer Umwelt in unseren Köpfen zu erschaffen, faszinieren mich dabei besonders." Prof. Dr. Herbert Zimmermann "Ich bin Hirnforscher geworden, weil ich es als besondere Herausforderung ansah, mich mit dem komplexesten Organ auseinanderzusetzen, das die Evolution je hervorgebracht hat. Hirne steuern das Verhalten von Lebewesen und deren vegetativen Funktionen, sie schaffen in uns ein Bild der umgebenden Lebenswelt, sie kommunizieren miteinander und erzeugen tradierte Welten. Wer sich mit der Hirnfunktion auseinandersetzt, lernt bald, dass er im Laufe eines Forscherlebens nur einen kleinen Beitrag zu dessen Verständnis zu leisten vermag und dass trotz mehr als ein Jahrhundert langer intensiver Beforschung wesentliche Funktionsweisen des Gehirns nach wie vor unverstanden bleiben. Andererseits sind der Hirnforschung in den vergangenen Jahrzehnten entscheidende Einsichten in Krankheitsmechanismen gelungen und die therapeutischen Möglichkeiten, akuten oder chronischen Erkrankungen des Gehirns zu begegnen, sind eindrucksvoll angewachsen. Dies ist einer der Gründe, warum ich mich in den vergangenen Jahren verstärkt Fragestellungen mit therapeutischer Relevanz zugewandt habe, mit dem Ziel, vom Verständnis der physiologischen Funktion ausgehend Verfahren für die Reparatur des geschädigten Nervensystems abzuleiten." Dipl.-Psych. Silke Matura "Ich bin Hirnforscherin, weil mich das menschliche Gedächtnis schon immer fasziniert hat. Mit den Methoden der Hirnforschung kann ich viel über Gehirnstrukturen erfahren, die dem Gedächtnis zu Grunde liegen. Mein Wissen möchte ich nutzen, um bei der Entwicklung neuer Strategien zur Therapie von Gedächtnisstörungen mitzuwirken." Dr. Christian M. Müller "Hirnforschung vereint für mich die Kreativität der Kunst, die Verlockung des Unbekannten, die Logik der Physik, die Verzweiflung der Philosophie, die Unbekümmertheit des Spielens, das Staunen des Beobachters und die Hoffnung der Medizin." Dr. Danko Nikolic "Ich bin Hirnforscher geworden, weil das Hirn sehr schwierig zu verstehen ist." PhD-Student Christian Schultheis "Ich bin angehender Neurowissenschaftler, weil ich nicht nur bestehendes Wissen zu diesem fesselnden und überaus wichtigen Thema erlernen will, sondern auch weitere Erkenntnisse beitragen möchte!" Dipl.-Biol. Andree Shalabi "Wir wissen noch viel zu wenig. Wir geben Medikamente gegen manche Krankheiten, wissen aber nicht genau, wie und warum sie wirken. Die Neurowissenschaften sind zudem in der Situation, mit dem betreffenden Organ besonders sorgfältig und respektvoll umgehen zu müssen. Eine Transplantation (was das Gehirn betrifft) ist noch nicht möglich. Daher müssen wir versuchen, so viel wie möglich herauszufinden und zu verstehen. Und dazu braucht es viele Neurowissenschaftler." |